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Straßburg, 07.07.2010
EU-Parlament beschließt strengere Vergütungsregeln und
Eigenkapitalvorschriften für Banken
Das Europäische Parlament hat heute mit großer Mehrheit für neue
Vergütungsregeln und Eigenkapitalvorschriften für Banken gestimmt. "Damit
schieben wir nicht nur einen Riegel vor die teilweise unverhältnismäßigen und
unmoralischen Bonuszahlungen der letzten Jahre sondern unterbinden gerade
die kurzsichtigen Vergütungsanreize, die zu der grenzenlosen
Risikobereitschaft maßgeblich beigetragen haben", so der Baden-
Württembergische SPD-Europaabgeordnete Peter SIMON.
Ab Ende nächsten Jahres müssen 40 Prozent der Boni einbehalten werden. Eine spätere Auszahlung hängt von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des
Unternehmens ab. Gleichzeitig werden Barauszahlungen von Boni (höchstens
30 Prozent bei Vorabzahlungen) zu Gunsten von Aktien und speziellen
Schuldverschreibungen (mindestens 50 Prozent) begrenzt. "Mit dieser neuen
Vergütungspolitik setzen wir ein deutliches Zeichen für nachhaltiges und
verantwortliches Wirtschaften. Nur wer als oberste Devise das langfristige
Wohl von Unternehmen und Mitarbeitern verfolgt, der soll auch belohnt
werden." so das Mitglied des Wirtschafts- und Währungsausschusses weiter.
Zukünftig muss deshalb jedes Finanzinstitut das Verhältnis zwischen Boni und
Gehalt gemäß europäischer Vorgaben definieren und entsprechende Details
offenlegen.
Darüber hinaus konnten die Sozialdemokraten durchsetzen, dass staatlich unterstützte Banken so lange keine Manager-Boni zahlen dürfen bis die Kapitalbasis des betroffenen Instituts gestärkt und die Staatshilfe zurückgezahlt ist. Außerdem müssen Banken mehr Eigenkapital für risikoreiche Geschäfte hinterlegen. "Auch hier bestand akuter Handlungsbedarf. Die Kombination aus kurzsichtigen Vergütungsanreizen und zu geringen Eigenkapitalanforderungen hat doch geradezu zu solchen hochriskanten Geschäften animiert.
Die neuen Regeln sollen dazu beitragen, dass die Steuerzahler bei der nächsten Krise nicht wieder für das Versagen der Manager zahlen müssen" betont SIMON.
Enttäuscht zeigte sich SIMON darüber, dass es aufgrund der Blockade im
Ministerrat zunächst nicht zu einer Einigung bei der Einführung einer Europäischen Finanzaufsicht kommen konnte. Die Fraktionen haben deshalb zwar ihre Position zum Aufsichtspaket abgestimmt, die Schlussabstimmung jedoch vertagt. "Das ist nur ein letztes Angebot unsererseits mit einer klaren Frist. Der Rat muss seiner Verantwortung bei der Regulierung endlich nachkommen und gemeinsam mit uns eine neue starke Finanzaufsicht schaffen. Sollte er dies aber zeitnah nicht tun, dann können wir die Schlussabstimmung jederzeit nachholen." so SIMON abschließend.
eu
Peter Simon, MdEP
12 G 146, 60, Rue Wiertz, B- 1047 Brüssel
Tel.: +32 2 28 47558, Fax: +32 2 28 49558, E-Mail: peter.simon(at)europarl.europa.eu