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Die ersten 100 Tage :

Allgemein

Wie war das doch im Juni/Juli des vergangen Jahres: "Giengen braucht einen Klimawechsel". Nun schien zwar in den vergangen Jahren auch in Giengen nicht immer die Sonne, doch das Wetter war, wie es halt auf der Alb so ist, stets durchwachsen, wie wir Schwaben so sagen. Fast hätte ich daran geglaubt, dass der Messias aus Sonnenbühl für Giengen viel Sonnensschein mitbringt und hätte ihm fast bei seiner Wahl zu unseren Stadtoberhaupt meine Stimme gegeben. Ich hab's dann doch nicht gemacht, weil ich an die Parallelwelten der Märchen doch nicht so geglaubt habe. Übrigens der "Messias" ist der durch Salbung eingesetzte König im AT und im Judentum.

Nun lese ich in der HZ vom 28.01.2010 , dass der neue OB selbst sagt: "Ich bin nicht als Messias gekommen" und stellt in diesem Interview fest, dass die Stadt finanziell nicht nur am Abgrund steht, sondern bereits schon am Abgrund hängt, so dass der freie Fall unmittelbar bevorsteht.

Sehe ich das denn nicht richtig, wenn ich feststelle, dass trotz einer schwierigen Finanzsituation es dringend geboten und richtig war, die aus noch früherer Zeit entstandenen Altlasten zu einen beachtlichen Teil abzutragen. Die Sanierung und Renovierung der Infrastruktur einer Großen Kreisstadt haben die Finanzen sicher sehr strapaziert. Jedoch hatten die Verantwortlichen eine andere Chance? Ich denke: Nein!

Der neue OB meint: "Wir haben in ganz vielen Bereichen hohe Standards aufgebaut", z.B. im Bereich der Unterhaltungsmaßnahmen. Was soll das? Sollen wir die Infrastruktur verfallen lassen? Giengen ist eben doch nicht Sonnenbühl!
Er beschwört jetzt den berühmten Strang, an dem nun alle zu ziehen hätten, damit die Stadt sich wieder aus dem "Sumpf" befreien könne. Ich wusste gar nicht, dass wir im Sumpf stecken.

Es ist deshalb wichtig, verantwortliche Politik und nicht Populismus zu betreiben. Es war schon lange allen klar, dass - auch besonders in der zur Zeit schwierigen Situation - man den bisherigen Kurs nicht mehr mit gleichem Tempo weiterfahren kann. Trotzdem hoffe ich, dass die Gemeinderäte sich darauf besinnen, dass Maßnahmen, wie die Sanierung der Innenstadt, die Stadtrandstraße, die Weiterentwicklung der Schulen usw. nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden, sondern konkret, mit Priorität versehen weitergeführt werden. Damit Giengen auch künftig für ihre Bürgerinnen und Bürger liebens- und lebenswert bleibt.

Werner Ruoff

 

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